Über uns

Das Projekt “Fit für Bildung – durch Vorbilder” (ab 2008)

Das Projekt Fit für Bildung – durch Vorbilder überführt das mehrfach preisgekrönte und erfolgreiche berlinpolis-Programm “Fit für Bildung” in den bildungspolitischen Mainstream. Das Modellprojekt “Fit für Bildung – und für die Bürgergesellschaft” wird hier verstetigt, mit einigen Modifikationen.

Fit für Bildung, das bedeutet, bildungsorientierte Jugendliche kurz vor dem Abitur in Sachen Bildung zu ffb_logoneufördern, mit dem Ziel, für ein Studium zu motivieren und Schwellenängste zu nehmen. Dabei ist der Bildungsweg Hochschule nicht festgelegt, sonder lediglich eine Möglichkeit, neben der beruflichen oder sonstigen außeruniversitäten Bildung. Fit für Bildung setzt bei der Bildungswegeförderung und der Unterstützung beim Übergang von der allgemeinbildenden Schule ins berufliche oder höhere Bildungssystem auf Vorbilder. berlinpolis arbeitet schwerpunktmäßig mit Schülern zusammen, die zu den “Bildungsbenachteiligten” gehören, dh. in aller Regel auf kein persönliches Netzwerk mit studierten Freunden und Familienangehörigen zurück greifen können, sei es durch Migration oder den Bildungshintergrund der Familienangehörigen. Allerdings sind unsere Schüler “bildungsorientiert”, dh. sie streben das Abitur an und interessieren sich für die Möglichkeiten, an Hochschulen zu studieren.

Startrunde am Samstag

Projektstart 2008

Die Schüler werden bei Fit für Bildung durch bildungserfolgreiche Angehörige, Studierende Berliner Hochschulen, unter anderem der gleichen Zielgruppen betreut. Berufstätige, auch solche, die in Ausbildungsberufen arbeiten, ergänzen bedarfsgerecht und punktuell das Netzwerk. Da viele unserer Schüler einen russlanddeutschen oder osteuropäischen Migrationshintergrund haben, sind unter den Mentoren auch immer einige Zuwanderer aus osteuropäischen Staaten und den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion.

Die Zusammenarbeit besteht im persönlichen Mentoring der Schüler. Dabei werden je 6-10 Schüler durch einen Mentor oder eine Mentorin betreut, der/die über das gesamte Jahr mit ihnen berufs- und bildungsorientierend arbeitet. Die Projektleitung unterstützt in Sachen Lehre, Betreuung, sowie insbesondere Methodik, Organisation und Öffentlichkeitsarbeit. In der persönlichen Betreuung gehen die Mentoren von ihren eigenen Erfahrungen aus, die sie weiter geben. Darüber hinaus mobilisieren sie ihre persönlichen Netzwerke zu Studierenden und Berufstätigen ihrer eigenen und verwandter Fachgebiete.

Das Projektteam 2008

Das Projektteam 2008

Durch eine große Bandbreite an Studienrichtungen und große Bekanntenkreise wird so ein breites, interdisziplinäres Netzwerk mobilisiert. Die Schüler nehmen Kontakt zu Netzwerkpartnern auf und organisieren im Laufe des Jahres Werkstatttage in Hochschulen, Organisationen und Unternehmen. So erlangen sie eine praxisnahe, breit angelegte und sich auf ihren persönlichen Bedarf zuspitzende Berufs- und Bildungsorientierung, die für viele mit der Immatrikulation an der Hochschule ihr Ziel erreicht.

Das Besondere am berlinpolis-Programm „Fit für Bildung“ ist seine Gestaltung durch die Teilnehmer, die Zeit, den Rahmen und die Gruppendynamik im jeweiligen Team aus rund 100 Menschen mit vielfältigen, ambitionierten, kämpferischen und erfolgreichen Hintergründen.

Die Schüler, die Mentoren, die Projektleitung, das Setting und die Bedingungen – sie alle haben ihre besondere Rolle. So entsteht durch den einzigartigen und zielführenden Ansatz des Mentorings für die jungen, ambitionierten Leute am Übergang zur höheren Bildung eine jeweils eigene Welt, die fasziniert und anzieht, und die – gleichsam als Vitalfunktion des Projektes – sich feingliedrig den realen Bedarfen der Beteiligten anpasst.

So sind in diesem Jahr die Bundeswehr, das Eventmanagement, der Kreativbereich im Kontext von neuen Medien, die Sozialarbeit, die Physik, die Mode und die Betriebswirtschaft bzw. das Finanzwesen „in“ bei den Teilnehmern.

Letztes Jahr waren es andere Ausbildungsbereiche, die interessierten: die Medizin, die Designschule, die Kriminalistik und Gerichtsmedizin, das Bankwesen, Sprachen und Dolmetschen, Reisen und Computer/Ingenieurberufe.

Das kulturelle Rahmenprogramm variiert ebenfalls sehr: während in diesem Jahr Volleyball und Kampfsport sowie DJing auf dem Programm stehen, waren letztes Jahr Theater und Grillen favorisiert.

Wir haben dieses Programm nie jenseits seines Rahmens im Voraus geplant, sondern das Projekt immer ad hoc aus den Gegebenheiten weiterentwickelt. Immer stärker gehen wir dazu über, die Verantwortung den Endnutzern zu übertragen. Und hier liegt die eigentliche Chance: die Mentees erleben sich tagein tagaus als Akteure, die gestalten oder brach liegen lassen, die sich informieren oder passiv bleiben. Im Laufe des Programms können wir Jahr für Jahr rund 80 der anfänglich 100 Teilnehmer als Akteure erleben, die sich hinter ihre Ziele klemmen und auf dem Weg ihrer Verwirklichung die angebotene Hilfe gerne und konstruktiv nutzen.

Zur Zeit wird Fit für Bildung ausschließlich an der Rudolf-Virchow-Oberschule in Marzahn-Mitte, einem Siedlungsschwerpunkt für osteuropäische und russlanddeutsche Zuwanderer, durchgeführt. Wir streben eine Ausweitung der Aktivitäten an.

Das Projekt “Fit für Bildung – und für die Bürgergesellschaft” (2005 – 2008)

Mit diesem Mentorenprogramm förderte berlinpolis zwischen 2005 und 2008 bürgerschaftliches Engagement ffb_logound unterstützte jugendliche Russlanddeutsche bei der Bildungswegewahl.

Jugendliche haben es heute schwer, sich in der Vielfalt der Ausbildungs- und Studienangebote zurecht zu finden. So stehen viele nach erfolgreichem Abschluss ihrer Schullaufbahn vor der entscheidenden Frage: “Wie geht es weiter? dsc01111Welches Studienfach wählen, welchen Beruf erlernen?” Bei dieser wichtigen Entscheidung sind sie häufig auf den Rat und die Unterstützung Außenstehender angewiesen. Hier sind Eltern, Bekannte und der Freundeskreis meist die ersten Ansprechpartner. Doch was passiert, wenn der eigene Freundes-, Familien- und Bekanntenkreis keine Antworten auf diese Fragen haben, weil sie ein anderes Bildungssystem kennen gelernt haben?

In dieser Situation unterstützen Studierende der Berliner Fach- und Hochschulen, überwiegend selbst mit Migrationshintergrund, Schüler der Klassenstufe 10 bis 13 bei ihrer Bildungswegewahl. Sie helfen ihnen, sich im deutschen Hochschuldschungel zurechtzufinden und können somit die Entscheidung für ein Studium erleichtern. Denn die Studenten sind diesen schwierigen Weg selbst gegangen. Somit können die Schüler von ihren Erfahrungen lernen und profitieren. Die Studenten leiten sie an, informieren und beraten über Finanzierungsmöglichkeiten, Abschlüsse, Wahl der Hochschule etc. Gleichzeitig zeigen sie bürgerschaftliches Engagement. Die Studenten nehmen somit eine Vorbildfunktion ein und zeigen, dass auch Migranten der Weg in eine Hochschule und damit zu einem höheren Bildungsabschluss offen steht.

Unser Netzwerk

Unser Netzwerk

Mehr Informationen über das Projekt, über die Informationsveranstaltungen, aktuelle Termine und über die gesammelten Informationen finden Sie auf dieser Website. Hier können sich Projektteilnehmer und auch Interessierte über geplante wie auch vergangene Aktivitäten informieren.

Inhalte und Ablauf

Das Projekt besteht aus mehreren Bausteinen, die alle ineinander greifen und miteinander verzahnt sind. Schwerpunkt des Projektes bildet das Mentoring. 15 Studenten Berliner Fach- und Hochschulen, davon 2/3 Drittel mit Spätaussiedlerhintergrund, beraten und informieren Schüler der Sekundarstufe II (Klassenstufe 10 bis 13) bei ihrer Bildungswegewahl. Sie begleiten sie über einen Zeitraum von mehreren Monaten, beantworten ihnen Fragen, präsentieren ihre Bildungseinrichtungen und lernen selbst eine Menge über sich und ihre Zukunftschancen dazu.

Projekt-Team 2007

Projekt-Team 2007

Dabei betreut ein Mentor zwei bis drei Mentees persönlich, d.h. er oder sie steht ihnen als persönlicher Ansprechpartner zur Verfügung. Darüber hinaus veranstalten die Studenten in Kleingruppen Informationsveranstaltungen zu studienrelevanten Themen, an denen sich nicht nur die Mentees beteiligen können, sondern Eltern, Schüler, Lehrer und Interessierte willkommen sind. Weiterhin finden im Rahmen des Projektes Hochschultage, Feierlichkeiten sowie sportliche und kulturelle Veranstaltungen statt. Die jeweiligen Termine finden Sie unter Programm.

Die Studenten erhalten für ihr Engagement eine monatliche Aufwandsentschädigung in Höhe von 100,- Euro in Form eines Stipendiums.

Am Ende der Projektphase erhalten sie ein Zeugnis über die Teilnahme am Projekt sowie ein Zertifikat über die Teilnahme an den Schulungen.

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